Askja

 

Rasse:        Islandpferd

geb.:           1998

Farbe:       Winterrappe

Größe:         ca 135 cm Stockmaß

Besitzerin: Jenny Becker         

Kurzbeschreibung: Askja ist eine sensible Stute mit vollendeten Manieren. Sie versucht zuvorkommend sämtliche Wünsche des Menschens prompt zu erfüllen. Everybodys Darling!

Ihre Stärken: Sie ist sehr bemüht, immer das Richtige zu tun, auch wenn sie Angst vor einer Sache hat. Sanft geht sie auch mit kleinen Kindern um und nutzt Schwächen von ängstlichen Reitern nicht aus. Ihre superweichen Gänge nehmen jedem die Angst vor schnellen Gangarten.

 

Zum weiterlesen: Meine Tochter „Ronja“ war knapp ein Jahr alt. Ich traf zu dieser Zeit eine wichtige Entscheidung: Ich wollte mich als Trainerin für Pferde und Menschen selbstständig machen. Außer dem mobilen Unterricht und den Kursen, die ich gab, wollte ich auch Reitunterricht auf Schulpferden anbieten. Außer meiner Stute „Hexe“, durfte ich noch „Shari“ und „Sina“ als Schulpferd nutzen, die meinen beiden Freundinnen Vera und Mandy gehörten. Und Mandy war es auch, die mich zu „Askja“ führte und damit ihr Leben rettete. Mandy hatte mich angerufen, es solle eine sechsjährige Islandstute geschlachtet werden. Sie wäre im Verhalten so problematisch, dass ihre Besitzerin, selbst Bereiterin keinen Ausweg mehr sähe. Es hatte einige Unfälle durch Askjas unberechenbares Verhalten gegeben. Wir fuhren noch am selben Tag zur Besichtigung der Stute. Wir kamen nicht wirklich nah an sie heran. Sobald ein Mensch ihr näher als 20 m kam, flüchtete sie sofort. Die Besitzerin musste sie in die Box hineintreiben, um sie einzufangen. Dort stand sie dann, zitternd und ängstlich und machte sich auf das Schlimmste gefasst. Die Stute tat mir echt leid. Damals dachte ich, was muss einem Pferd passieren, damit es so ängstlich wird. Heute weiß ich, dass es einige Isländer gibt, die so hypersensibel sind. Ich glaube, sie sind so ursprünglich, dass bei manchen die natürlichen Instinkte noch sehr stark ausgeprägt sind. Man muss sehr geduldig sein, um mit diesen Tieren zu arbeiten, da sie unglaublich viele Wiederholungen brauchen, um sich sicher zu fühlen. Und man muss in sich ruhen und ausgeglichen sein, denn versteckte Aggressionen oder andere Emotionen erspüren diese Tiere wie ein Seismograph. Ich kaufte die Stute zum Schlachtpreis und holte sie am nächsten Tag ab. Interessanterweise ging sie völlig unproblematisch in den Hänger. Das war allerdings auch das Einzige, was bei ihr unproblematisch war. Sie ließ sich nicht einfangen, sie ließ sich nicht das Halfter anziehen, sie ließ sich nicht die Hufe auskratzen, sie ließ sich nicht anbinden. Bodenarbeit kannte sie gar nicht und wenn man frontal auf sie zukam, riss sie sich los und rannte weg. Zugeritten war sie natürlich auch nicht, was auch ziemlich wahnsinnig gewesen wäre. Also machte ich mich an die Arbeit. Die erste Zeit fand die hauptsächlich im Roundpen statt, in den ich sie reintreiben konnte. Mir war klar, dass ich erst mit ihr arbeiten konnte, wenn sie freiwillig zu mir kam. Also nutzte ich die Zeit, in der Ronja ihr Mittagsschläfchen unterm Apfelbaum im Kinderwagen hielt und experimentierte mit Askja. Es war nämlich so, dass der typische „Join up“ bei ihr nicht funktionierte. Ich musste lernen meine eigene Energie zu kontrollieren. Auf die reagierte sie extrem. Auch wenn ich an dem einen Tag ein gutes Ergebnis hatte und mich ihr schon annähern konnte, kam es regelmäßig vor, dass ich am nächsten Tag wieder bei null anfangen konnte. Es fiel mir schwer, trotzdem dran zu bleiben. Wenn ich ärgerlich wurde, hatte ich bei ihr überhaupt keine Chance. Manchmal platzte mir der Kragen und das machte die Arbeit von Tagen wieder zunichte. Trotzdem ging es voran. Ich entwickelte mit ihr zusammen ein Ritual. Wenn sie sich nicht einfangen ließ, begannen wir eine Art Tanz. Ich ließ sie frei in verschiedene Richtungen weichen und  forderte sie dann möglichst im richtigen Moment auf, sich mir zuzuwenden. Dadurch wurde die Distanz zwischen uns immer geringer und irgendwann durfte ich sie berühren. Ich lernte von ihr, wie wichtig das Gesichtsfeld und wie unterschiedlich Pferde auf der linken und der rechten Seite reagieren. Ich lernte von ihr jede Menge über die verschiedenen Positionen am Pferd und ihre Wirkung. Als ich es geschafft hatte, sie zu haltern, war eine große Hürde überwunden. Allerdings fordert sich Askja auch heute noch öfter ihr Ritual ein. Am Seil war Askja sehr aufmerksam und soft, aber immer auf der Hut und selten entspannt. Trotzdem lernte sie sehr schnell und ich fühlte mich sicher genug, sie anzureiten.  Erstaunlicherweise ließ sie das relativ ruhig mit sich geschehen und ich wurde etwas zu übermütig und forderte zu viel. Das Ende vom Lied war, dass Askja mit mir im halsbrecherischen Tempo um den Reitplatz fegte und versuchte das  Raubtier auf ihrem Rücken durch Hakenschlagen los zu werden. Relativ schnell hatte ich die Bügel verloren und klammerte mich am Sattel fest. Fünf Minuten hielt ich das durch, dann machten meine Muskeln schlapp und ich fiel hinunter. Statt aus meinem Fehler zu lernen, packte mich mein Stolz, denn nach einem Sturz soll man ja sofort wieder aufsteigen. Also begann das Ganze von vorn und endete genau, wie zuvor. Aber da hatte ich meine Lektion gelernt. Es dauerte noch ein halbes Jahr, bis wir Askja reiten konnten und noch ein halbes Jahr, bis sie als Schulpferd einsetzbar war. Mit jedem Jahr wird sie gelassener und cooler. Es hat sich gelohnt! Und das würden einige Kinder und Erwachsene bestätigen, die Askja als ein bemühtes, kooperatives und sensibles Reitpferd schätzen gelernt haben.  Letzte Woche passierte etwas in der Reitstunde. Ein Mädchen ritt Askja und blieb mit dem Steigbügel beim Vorbeireiten an einer Eisenstange hängen. Es baute sich ein enormer Zug auf. Der Sattel rutschte zur Seite. Der Fuß des Mädchens war zwischen Stange und Steigbügel eingequetscht. Askja hatte Angst und zitterte. Sie bewegte sich aber keinen Millimeter, bis wir den Fuß befreit hatten. Dadurch ist, außer einem Bluterguss nichts passiert. Danke Askja! Was für ein ein tolles Pferd!

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