Favory

 

Rasse:        Ardenner-Haflinger Mix

geb.:           2002

Farbe:        Brauner

Größe:         ca 148 cm Stockmaß  

Besitzer:     Urs Klein       

 

Kurzbeschreibung: Favory ist nicht "Everybodys Darling", er polarisiert und prüft genau, ob man in der Lage ist, ihn zu "führen". Hat man diese Hürde überwunden, kann man sich über ein fleißiges Pferd freuen, der über viele außergewöhnliche Talente verfügt.

Seine Stärken: absolut nervenstark, super Longierpferd, zuverlässiges Gelände- und Wanderreitpferd, geht schön klassische Dressur und kann Zirkuslektionen bis zum "Hinlegen"

Favorys Geschichte mit mir begann an einem Abend im Winter. Meine Gruppenreitstunden waren gerade beendet und eine Frau kam zum Reitplatz und sprach mich an. Sie hätte ein Jungpferd auszubilden und interessiere sich für meine Arbeit. Ich hatte mein Pferd Hexe gerade noch an der Hand und machte eine kurze Demo in Bodenarbeit, sowie im Reiten „oben ohne“, also ohne Zäumung und Zügel. Die Frau war sichtlich beeindruckt. Ich bat sie, von ihrem Pferd zu erzählen und sie druckste etwas herum. Irgendwann rückte sie damit heraus, dass es schon ein paar Anwärter auf den Job gegeben hat, die aber alle nach kurzer Zeit die Segel gestrichen hätten. Favory wäre etwas „speziell“. Ich wurde neugierig und ging mir ein paar Tage später das Pferd anschauen. Es handelte sich um einen dreieinhalbjährigen Ardenner-Haflinger-Mix, ca 148 cm groß und auf den ersten Blick machte er einen sehr netten Eindruck. Ein kompaktes Pferdchen, nicht gerade sensibel und respektvoll, aber auch nicht verhaltensauffällig. Also sagte ich zu. Ich fuhr zweimal wöchentlich zu dem Pferd. Abgemacht war, einmal alleine mit ihm zu Arbeiten, einmal zusammen mit der Besitzerin. Wir arbeiteten am Boden, machten Verladetraining und gingen spazieren und alles war wunderbar. Die Besitzerin hatte nach wie vor einen Heidenrespekt vor Favory. Ich konnte die Bedenken nicht nachvollziehen, denn er benahm sich bei mir immer mustergültig. Im Frühjahr arbeitete ich dann vier Wochen lang täglich mit ihm. An dem Stall gab es nur eine kleine Halle, in der man maximal traben konnte. Dort machten wir die ersten Reitversuche und Favory blieb dabei sehr gelassen und nervenstark. Nach einer Woche ging ich das erste Mal mit ihm ins Gelände, allein. Teils zu Fuß, teils ritt ich. Außer ein paar mal wiehern, war der Dicke brav.  Eine Woche später ritt die Besitzerin mit ihm raus. Ich war dabei auf einem anderen Pferd. Ich spürte, dass Favory mit ihrer Unsicherheit nicht gut zurecht kam. Er wollte die Führung übernehmen. Die Frau bekam sofort Angst und stieg ab. Eine Woche später hatte sie ihn in der Halle geritten und rief mich danach entsetzt an. Er hatte versucht, sie abzuwerfen und über die Hallenbande zu springen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass wir vom selben Pferd sprachen. Sobald ich da war, zeigte er sich wieder von seiner besten Seite. Nach der Grundausbildung sollte die Besitzerin eigentlich noch regelmäßig Unterricht nehmen, das Pferd noch regelmäßig beritten werden. Leider konnten wir keinen gemeinsamen Termin finden und ich vermittelte sie an eine befreundete Trainerin. Nach dem ersten Termin telefonierten wir und die Trainerin sagte, sie würde sich auf keinen Fall auf dieses verrückte Pferd setzen. Ich fuhr wieder hin, ritt ihn ohne Probleme. Das Vertrauen der Besitzerin in das Pferd war restlos dahin und sie suchte nach einem Käufer. Mehrere kamen zur Besichtigung und zum Probereiten. Favory schaffte sie alle. Er bockte, riss sich los, ging durch oder legte sich einfach hin. Ein halbes Jahr später war er noch nicht verkauft. Die Besitzerin war der festen Meinung, das Pferd hätte sich mich ausgesucht und akzeptiere niemand anders. Sie flehte mich an, ihn zu nehmen. Da ich ihn nur "in nett" kannte und gerade ein Schulpferd suchte, sagte ich zu. Als ich nun nach einem halben Jahr wieder begann mit ihm zu arbeiten, hatte er schon einige Tricks auf Lager, aber innerhalb drei Tage waren die Fronten wieder geklärt und ich konnte mit einer Freundin, die mich begleitete mit ihrem sicheren Pferd, die 20 km zu unserem Stall  ohne Probleme reiten. Als ich ihn dann in den Unterricht nahm und mit Reitschülern erlebte, konnte ich die Besitzerin allmählich verstehen. Favory war sehr dominant und schüchterte die Menschen allein durch seine Präsenz ein. Wenn er dann eine Schwäche spürte, nutzte er sie gnadenlos aus. Dazu kam, dass er keinen Unterschied zwischen Pferden und Menschen machte. Er ging mit einem in seinen Augen „rangniedrigen“ Menschen genau so um, wie Pferde auch mit rangniedrigen Artgenossen umgehen. Und man weiß ja, das ist nicht gerade zimperlich. Ich hatte diese Probleme nie mit ihm gehabt, weil er mich voll und ganz als „Chef“ akzeptierte. Irgendwann war es nicht mehr zu verantworten, ihn im Unterricht einzusetzen. Mittlerweile forderte er auch mich heraus und ich stellt mich der Herausforderung und nahm ihn wieder intensiv in Ausbildung. Wenn ich ihn im Kreis schickte und er mir sein Hinterteil zuwandte, um auszutreten, ließ ich ihn erst richtig arbeiten. Dann musste er sich bewegen und ich ahmte das Verhalten von Leithengsten nach. Wenn ich draufsaß und ihn bat zu traben, hatte er die Taktik nach innen zu laufen. Statt ihn im Schritt wieder auf den Hufschlag zu reiten (was er bezweckte, denn er wollte sich vorm Traben drücken), ließ ich ihn kreuz und quer laufen, aber traben musste er. Das machte ihn dann so ärgerlich, dass er anfing zu rennen. Wenn er das tat, musste er noch mehr rennen. Irgendwann merkte er, dass es nicht so gut war mit mir zu streiten und wir konnten wieder normal arbeiten. Nach einem Jahr legte ich mit ihm die Wanderreiterprüfung mit Erfolg ab. Da ich Favory ja nun bis auf weiteres nicht im Reitunterricht einsetzen wollte, kostete er mich erstmal nur Geld. Ich habe immer ein oder zwei Sozialfälle mitlaufen, aber meine Kapazitäten waren erschöpft und ich suchte nach einer Lösung. Eine Möglichkeit wäre eine Reitbeteiligung gewesen, aber für solch ein Pferd ist das gar nicht so einfach. Aber ich hatte Glück, es fand sich tatsächlich jemand, der es mit dem Dicken aufnehmen wollte. Das war dann der Urs. Urs war damals noch absoluter Anfänger. Aber bei Favory kam es auch weniger auf technische Raffinesse, als auf Durchsetzungsvermögen und vor allem Mut an. Und den hatte Urs. Er wuchs durch dieses Pferd geradezu über sich hinaus. 2010 hat Urs den "Dicken" dann gekauft und ist mit ihm viel unterwegs auf Wanderritten. Favory hält Urs' Entwicklung auch weiterhin auf Trab, er ist auch wieder "Schulpferd" unter besonderer Beobachtung natürlich. Er ist halt "etwas speziell".

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