Rion

Rasse:        Barockpinto

geb.:           2005

Farbe:       Rappschecke

Größe:        ca 172 cm Stockmaß 

Besitzerin: Jennifer Becker        

 

Kurzbeschreibung: Rion ist hochsensibel und ein vollendeter Kavalier. Trotz seiner riesigen Körpergröße vermittelt er sehr viel Sanftheit und Ruhe. Sein Aussehen ist sehr außergewöhnlich, vor allem seine Augen, die blaue "Spots" haben. Ein Pferd zum träumen....

Seine Stärken: seine Höflichkeit und Kooperationsbereitschaft, sehr gut in klassischer Dressur und jeglicher Art von Bodenarbeit, absolut durchlässig und weich.

 

Zum weiterlesen: Rions Vorbesitzerin nahm regelmäßig Reitunterricht auf meinen Pferden. Sie hatte sich als Ziel gesetzt, die Geländereiterprüfung mit unserem „Favory“ zu machen. Zu Hause hatte sie mehrere eigene Pferde. Sie züchtete Barockpintos. Eines Tages bat sie mich, mir doch mal ihren Zuchthengst „Lucky“ anzusehen. Lucky hatte mit seinen vier Jahren nämlich ein Problem, und das war keine Kleinigkeit. Er gab nicht die Hufe, nicht zum Auskratzen und erst recht nicht zum Bearbeiten. Da gab es schon einige unschöne Episoden mit verschiedenen Hufschmieden und selbst unter Sedativa war Lucky nicht bereit dazu. Er hatte also mit seinen nun schon vier Jahren nicht einmal die Hufe bearbeitet bekommen. Die Besitzerin selbst hatte großen Respekt vor dem Hengst und traute sich nicht zu, das Problem selbst zu lösen. Natürlich machten wir einen Termin und als ich Lucky das erste Mal sah, verstand ich auch ein bisschen warum. Lucky war eine sehr imposante Erscheinung. Er maß 1, 72 m Stockmaß und war als Barockpinto, einer Mischung aus Friese und Pinto, auch entsprechend kräftig gebaut. Trotzdem verspürte ich keine Angst, denn der Scheckhengst strahlte keinerlei Aggressivität aus. Im Gegenteil, er rührte meine Seele an. Seine Augen hatten hellblaue Flecken. Es war, als würde man in einen Waldsee blicken, in den die Sonne zwischen Bäumen Lichtreflexe sendete. Er stand da so allein auf einem Paddock, mit einem Hauch von Melancholie und ich fühlte mich ihm sofort verbunden. Wir brachten ihn in den kleinen Roundpen. Er war etwas aufgeregt, denn es kam nicht so oft vor, dass er seinen Paddock einmal verließ. Ich arbeitete mit ihm und merkte bald, dass er nicht wirklich dominant dem Menschen gegenüber war. Bald konnte ich mit meinem eigentlichen Auftrag, dem Hufe heben, beginnen. Es brauchte viele Arbeitseinheiten und viele Wiederholungen, bis Lucky die Hufe jedem gab und ein Hufschmied sie bearbeiten konnte. Die Zähigkeit hatte ihre Ursache nicht darin, dass er nicht intelligent war. Sondern darin, dass eine Strategie der Problemlösung dieses Pferdes darin bestand manche Dinge auszusitzen und steif wie ein Denkmal darauf zu warten, dass diese „schlimme Zeit“ vorbei geht.  Außer dieser Eigenschaft, besaß er aber auch einen Sanftmut und eine Aufmerksamkeit, die mich restlos für ihn einnahm. Mir kam die Idee, meine Stute Shari von ihm decken zu lassen. So zog ca einen Monat später Shari auf seinem Paddock ein und es folgte eine stürmische Woche, bis die Beiden schließlich zusammenfanden. Ein Jahr später brachte Shari ein wunderschönes Hengstfohlen, namens „Neo“ auf die Welt, aber das ist eine andere Geschichte. Luckys Geschichte ging weiter.  Lucky wurde kastriert. Irgendwann fragte seine Vorbesitzerin mich, ob ich ihn übernehmen wollte, geschenkt. Puh, das war ein Hammer für mich! Eigentlich wollte ich nicht noch ein Pferd mehr, aber wir sprachen hier ja auch nicht von irgendeinem Pferd. Also war die Entscheidung klar. Einen Tag später begann ich mit dem Verladetraining, denn die Sache mit dem Hufe heben, war nicht sein einziges Problem. Als Jessica ihn bekam, hat der Vorbesitzer ihn wohl in sediertem Zustand mit dem Traktor in den Hänger gedrückt. Also nicht gerade die besten Voraussetzungen. Seine Zähigkeit und sein Misstrauen machten mir auch hier zu schaffen und ich brauchte eine Woche, bis ich ihn transportieren konnte.

Auf der Liberty-Ranch verbrachte er die ersten drei Tage in einem Paddock mit Sicht auf die anderen Pferde. Mit seinem neuen Leben bekam er von mir einen neuen Namen. „Rion“ ist ein keltischer Name. Er bedeutet der König, der Kraftvolle. Diesem Namen wollte er gerecht werden. Die Eingliederung in die Herde gestaltete sich als sehr schwierig. Er deckte die Stuten und verprügelte die anderen Wallache. Dieses Verhalten legte er erst ab, als wir die Herde in zwei Gruppen aufteilten: die Jungs und die Mädels.  Seither ist Ruhe und er herrscht über seine Junggesellenherde mit Milde und Gelassenheit. Mit seinem neuen Leben stürzte eine Flut aus neuen Eindrücken auf das junge Pferd ein. Er lebte vorher sehr isoliert und war nun mitten im „Treiben“. Auf der Liberty-Ranch ist immer etwas los. Viele verschiedene Menschen, viele verschiedene Pferde und dann auch noch ich. Ich, die Dinge von ihm verlange, die so seltsam sind. Und ich, die nicht locker lässt, auch wenn ich mal von ihm runterfalle. Oft war ich mit meinem Latein am Ende. Dann begann ich mit ihm wieder ganz von vorn. Verwarf alles, was ich bis jetzt mit ihm erarbeitet hatte und begann von vorn. In kleineren Schritten, genauer wahrnehmen. Ich wollte ihn unbedingt verstehen. Das hat er mich gelernt. Das sind seine Lektionen. Abwarten, Teetrinken. Abwarten, fühlen. Und so sind wir zusammengewachsen. Schritt für Schritt. Millimeter für Millimeter. Mittlerweile ist er ein souveränes Reit- und Schulpferd geworden. Er lässt sich emotional auch nicht mehr so schnell aus der Bahn werfen und vermittelt Ruhe und Gelassenheit großen und kleinen Reitern.

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LIberty-Ranch

Jennifer Becker
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